Medizinische News

Möglichst lang vital und mobil bleiben

Anti Aging ist keine Erfindung gewinnsüchtiger Ärzte, sondern eine auf wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen basierende Medizin

Anti-Aging-Medizin (AAM) gibt es bereits seit über 4000 Jahren. Allerdings ging es damals primär darum, das Leben zu verlängern beziehungsweise die Jugend wiederzugewinnen - was bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 30 Jahren auch verständlich erscheint.

Bereits die Ägypter hatten 2000 Jahre vor Christus erkannt, dass eine der Hauptsäulen eines Anti-Aging-Programms die Ernährung darstellt. Bereits zu dieser Zeit waren auch die positiven Effekte der sekundären Pflanzenstoffe bekannt. So versuchte man aus Klee Isoflavone zu gewinnen. Mittlerweile konnten die positiven Wirkungen dieser sekundären Pflanzenstoffe wissenschaftlich bestätigt werden.

Über die Jahrtausende hinweg haben sich die Empfehlungen der Kalorienrestriktion und des Genusses von Rotwein gehalten. Heute wissen wir, dass Resveratol im Rotwein unter anderem eine kardioprotektive Wirkung hat. Im 18. Jahrhundert hat sich bereits eine Hormonersatztherapie entwickelt. Die Kollegen von damals versuchten, eine Verjüngung mittels Keimdrüsengewebe zu erzielen.

Die AAM ist somit keine Erfindung der Neuzeit. Sie ist eine ernst zu nehmende Medizin, die zur Prävention vieler Erkrankungen, vor allem der so genannten Zivilisationserkrankungen, beitragen kann. Es ist heute möglich mit Hilfe von spezifischen Testverfahren Risiken für Erkrankungen zu erkennen, noch bevor krankheitstypische Symptome auftreten. Beispiele für diese Tests sind der „DemTect“-Test nach Prof. Pasquale Calabrese, der Landolt-Test, der Procam-Score und der Life-Score. Auch die jüngsten Erkenntnisse über die Polymorphismen und natürlich die Endokrinologie können einen Beitrag in der AAM leisten.

Ziel des präventiven Ansatzes ist es, dem Menschen durch eine verantwortungsvolle gesundheitsbewusste Lebensführung ein langes vitales und mobiles Leben zu ermöglichen. Jeder sollte möglichst früh durch die Kenntnis des persönlichen Risikos, in die Lage versetzt werden, die vorhandene Gesundheit zu erhalten. Das beschreibt der Begriff Salutogenese.

Selbstverständlich hat die Genetik Einfluss auf den Alterungsprozess, aber nicht im Sinne eines festgeschrieben Programms. Die Genetik ist nur ein grundlegender Plan für verschiedene Abläufe, die durch äußere Einflüsse modifiziert werden können.

Für die Praxis am bedeutsamsten ist jedoch der Einfluss der individuellen Lebensführung und der Umwelt. Darauf können wir am einfachsten einwirken und Veränderungen erzielen. Störfaktoren aus diesem Bereich, die den Alterungsprozess negativ beeinflussen, sind der Ernährungsexzess, ein Mangel an Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und ähnlichem, zu wenig Bewegung, zu viele Genussmittel, chronischer Stress oft kombiniert mit chronischem Schlafmangel und vieles mehr.

Empfehlung/Prävention/Therapie:

Die Säulen der Präventionsmaßnahmen beziehungsweise der Therapie sind:

  • Individuelle Ernährungsberatung: gegebenenfalls Gewichtsreduktion, bei Mangelernährung fehlende Vitalstoffe ausgleichen, Diätplänen im Falle von Allergien oder Unverträglichkeiten.
  • Empfehlung für eine individuell angepasste körperliche Bewegung und für geistiges Training.
  • Ausgleich pathologischer Laborbefunde durch den gezielten Einsatz von Mikronährstoffen (Orthomolekularmedizin).
  • Stressabbau zum Beispiel mittels progressiver Muskelrelaxation nach Jacobson.
  • Gezielter Einsatz von Hormonen zum Erhalt wichtiger Lebensfunktionen.


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