Wechseljahre
Risiken der Hormontherapie – Vieldiskutierte Studien
In den letzten Jahren sind die ursprünglich breitflächig
eingesetzten Hormonpräparate infolge von internationalen Studien,
die in der Presse z. T. missverständlich interpretiert wurden,
stark in Verruf geraten.
WHI-Studie
Die Woman´s Health Studie (WHI) war die bislang größte
plazebokontrollierte Studie zur Prüfung vorbeugender Wirkungen
der Hormontherapie. Unter anderem sollte geprüft werden, ob
mit der Hormoneinnahme Herzinfarkte verhindert werden können.
Die Studie wurde vorzeitig abgebrochen, da man keine Prävention
von Infarkten nachweisen konnte und da es bei der untersuchten Gruppe
eher zu einer Zunahme von Risiken wie Thrombosen, Schlaganfall oder
auch Brustkrebs kam. Die Risiken in dieser Studie wurden höher
eingeschätzt als der Nutzen. Allerdings fand diese Studie unter
sehr speziellen Bedingungen statt, die auf die bundesdeutschen Verhältnisse
nicht ohne weiteres zu übertragen sind.
So wiesen viele Patientin
schwerwiegende Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen
auf, wie starkes Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen
und Nikotinabusus. Weiterhin wurde kritisiert, dass alle Frauen
in dieser Studie nur mit einem Präparat in hoher Dosierung
behandelt wurden. Eine Hormontherapie sollte aber immer individuell
angepasst werden.
Und schließlich wurden keine Patientinnen mit Wechseljahresbeschwerden
in die Studie aufgenommen. Das heißt es wurden genau die Frauen
ausgeschlossen, für die wir vor allem Hormone verschreiben.
Million Women Study
Die zweite große Studie, die in die Schlagzeilen geriet,
war die „Million Women Studie“ aus Großbritannien.
In dieser Studie beruhten die ausgewerteten Daten lediglich auf
einer Fragebogenaktion. Deshalb wird dieser Studie in Fachkreisen
keine wirkliche Bedeutung zugemessen.
Die Studie zeigte, zum einen
eine alt bekannte Tatsache, nämlich dass Patientinnen mit Gebärmutter
nur mit einer Kombination aus Östrogenen und Gestagenen behandelt
werden sollten um die Entstehung von Gebärmutterkrebs zu verhindern.
Zum anderen wurde in dieser Studie ein erhöhtes Risiko für
Brustkrebs ermittelt.
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